
Wie kann es denn gefährliche Wahrheiten im Projektmanagement geben, wo doch jeder weiß, was Projektmanagement ist?
Nun, die größte Gefahr liegt eben genau darin, dass jeder meint, es zu wissen. Aber zwischen "meinen" und Realität liegen eben oft große Differenzen.
Kaum ein Begriff wird so oft und so missbräuchlich verwendet wie die Begriffe Projekt und Projektmanagement, sei es aus Unkenntnis oder aus listiger Überlegung. Das führt zu einer sintflutartigen Woge von sogenannten Projekten und zu einem wahrhaft babylonischen Sprachgewirr rund um Begriffe des Projektmanagements.
Und zu einer Schar von darin fast ertrinkenden Projektmanagern, die verzweifelt um ihr
Überleben ringen.
In solche Debatten um Begriffszuordnungen sind Projektauftraggeber genauso wie Projektmanager involviert. Sie betreffen Projektteammitglieder ebenso wie die Mitglieder in Steuerungs- und Lenkungsgremien.
Kurz gesagt: Sie betreffen alle im Projekt. Solche Debatten sind mitunter sehr hitzig. Denn es lässt sich trefflich argumentieren, wenn
man über wesentliche Grundprinzipen des Projektmanagements großzügig hinwegsieht.
Das ist gefährlich. Und es ist gefährlich, weit verbreitete Halb- oder Unwahrheiten über Projektmanagement aufzuzeigen. Denn es lebt sich so schön mit ihnen. Sie aufzugeben bedeutet Trennung, bedeutet vielleicht Umdenken, bedeutet sogar eine Grundhaltung verändern. Das kann schmerzen.
Zugegeben, Projektmanagement ist eine eigenständige Disziplin, die spezielle Methoden und Werkzeuge hervorgebracht hat und laufend verbessert. Und das bedeutet nun einmal laufend zu lernen. Aber im Grunde lassen sich einige wenige, dafür umso wichtigere Prinzipien identifizieren, die gar nicht so schwierig einzuhalten sind. Aber es greift in Grundhaltungen ein. Das ist Projektmanagementkultur.
Und ohne eine Kultur des Projektmanagements, die der Unternehmenskultur angepasst, aus ihr abgeleitet sein muss, ist gutes Projektmanagement nicht durchführbar.
Eine gute Projektmanagementkultur durchbricht auch eine leider sehr oft beobachtete Pattsituation:
- Projektmanager beklagen unklare Rahmenbedingungen, inkompetente und demotivierte Mitarbeiter und Projektauftraggeber, die nicht wirklich an den Projekten interessiert sind
- Projektauftraggeber beklagen die Inkompetenz und die nicht vorhandene Flexibilität der Projektleiter und der Projektteams sowie Unverständnis für die wahren Bedürfnisse der Auftraggeber
- Projektmitarbeiter beklagen die fachliche Inkompetenz der Projektleiter und akzeptieren daher deren Autorität nicht und fühlen sich über
- die Zielsetzung der Projekte nicht oder nur teilweise informiert
- m Endeffekt fühlt sich jede der drei Gruppen von den beiden anderen nicht verstanden, nicht akzeptiert und unter unnötigen Druck gesetzt
Die sieben gefährlichen Wahrheiten im Projektmanagement laden dazu ein, hinterfragt zu werden. Vielleicht rufen sie manchmal Schmunzeln hervor, vielleicht führen sie zu Wiedererkennung (natürlich bei anderen), möglicherweise sind sie aber auch eine Anregung, über die es lohnt, nachzudenken. Und eventuell können sie auch Anlass für Veränderung sein.
Wie entstanden diese sieben gefährlichen Wahrheiten? Die Erfahrungen bei der Durchführung von über 100 Projekten und die laufende
Auseinandersetzung mit neuen Erkenntnissen zeigen, dass sich die immer wiederkehrenden Fallen mit diesen gefährlichen Wahrheiten
beschreiben lassen. Und andererseits entwickelte sich aus den Projekterfahrungen eine einfache Grundidee mit vier Schritten:
- Arbeiten Sie dauernd an einer Verbesserung der Projektmanagementkultur in Ihrem Einflussbereich.
- Machen Sie sich eine Handvoll einfacher Prinzipien zu Eigen.
- Geben Sie Ihre Erfahrungen weiter.
- Vergessen Sie nie, Ihren gesunden Menschenverstand einzusetzen.
Und das sind die sieben Wahrheiten, die uns in jahrelanger Erfahrung fast täglich wieder begegnen und die wir daher in weiteren Blogbeiträgen diskutieren wollen:
- Die wenigsten Projekte verdienen die Bezeichnung Projekt
- Nicht alle Projektmanager sind ihrer Führungsrolle gewachsen
- Projektmanager ohne Entscheidungsbefugnis sind Strohmänner
- Wenn das Projektumfeld stört, wurden Hausaufgaben nicht gemacht
- Fehlendes Controlling garantiert das Scheitern jedes Projekts
- Auf starre Regeln vertrauen vor allem Inkompetente
- Rituale bringen mehr als zwanghafte Festlegungen
Überprüfen Sie diese Aussagen kritisch, überlegen Sie, ob sie Ihnen behilflich sein können und wenn ja – wie Sie Nutzen daraus ziehen können. Reden wir also etwas genauer über die sieben gefährlichen Wahrheiten im Projektmanagement und über die Grundidee aus vier Schritten. Diskutieren wir darüber.
Leopold Weninger, wsop
Weitere Angebote
- Vortrag zum Thema Projektmanagement allgemein (eine Stunde)
- Workshop zum Thema Projektmanagement (halbtags / ganztags)
-
- Projektmanagement vertieft
- Projektmanagement speziell in Ihrer Situation
- Vorgehensweise zur Erarbeitung Ihrer speziellen Methode
- Entwicklung Ihrer speziellen Ausbildungsrichtlinien
- Review der Situation Ihrer Projektmanager
- Erarbeiten Ihrer speziellen Projektmanagement Methode
- Hilfestellung bei der Etablierung der Projektmanagement Kultur
- Coaching
- Unterstützung beim Projektmanagement
- Übernahme von Projekten als Projektmanager
Kontakt:
Dipl.-Ing. Leopold Weninger; geboren 1954, lebt in Wien geschäftsführender Gesellschafter von wsop Informationsmanagement GmbH
Seniorconsultant, Universitätslektor TU Wien und Universität Klagenfurt
Hat überwiegend als Projektmanager mehr als 100 Projekte im Inland und im Ausland erfolgreich abgeschlossen. Dies waren Projekte für öffentliche Stellen (Regierung, Ministerien, Behörden und Körperschaften öffentlichen Rechts) ebenso wie für Privatunternehmen (Banken und Versicherungen, Industrie, Handel und Gewerbe) sowie Forschungsprojekte in Österreich, in der EU und in CEE. Die Beratungsschwerpunkte von Leopold Weninger sind strategische Planung und Management, Projektmanagement und Anforderungsmanagement sowie Organisationsanalysen und Business Process Engineering.
Kommentar schreiben